Darf ich an Mallorcas Strand mit dem Metalldetektor suchen?

Einst landeten an einigen Stränden Mallorcas Sklavenhändler und Piraten, die unter dem Sand vielleicht einen Teil ihrer Beute vergruben. Einen solchen Schatz zu finden, stellt für so manchen Urlauber auf der Insel einen lang gehegten Traum dar. Mit einem Metalldetektor in der Hand sondeln kann die Suche nach Piratengold und anderen Wertsachen am Strand beginnen. – Oder? Bevor es losgeht, verschaffen sich Schatzjäger einen Überblick über die rechtliche Lage.

Erlauben mallorquinische Behörden die Schatzsuche mit dem Metalldetektor am Strand?

Geschichten von erfolgreichen Schatzsuchern auf Mallorca machten bereits in der Vergangenheit Schlagzeilen. Erst im Jahr 2021 fand ein deutsches Fernsehteam im Rahmen einer neuen Sendung ein rund ein Kilogramm schweres Stück Ambra an der Cala Varques. Diese Substanz aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen kam in früheren Jahrhunderten bei der Parfümherstellung zum Einsatz.

Obgleich es heute synthetische Alternativen zu Ambra gibt, handelt es sich bei dem Fund auf Mallorca um einen echten Schatz. Seinen Wert schätzen Finder und Experten auf rund 80.000 Euro. Die Aussicht auf eine ähnlich hohe Beute weckt das Interesse zahlreicher Schatzjäger. Mallorca-Urlauber, die bislang wenig Berührungspunkte mit der Schatzsuche hatten, versuchen inzwischen ebenfalls ihr Glück.

Vor dem Kauf eines Metalldetektors und der Suche am mallorquinischen Strand bedarf es der richtigen Vorbereitung. Zwar tolerieren die Balearen das „Sondeln“ am Strand – allerdings nicht ohne Genehmigung. Diese besorgen sich Schatzsucher im Rathaus der für den ausgewählten Strandabschnitt zuständigen Gemeinde.

Sondeln auf Mallorca für Kids erlaubt

Sondeln – Wer sucht auf Mallorca nach Schätzen?

Neben den Behörden achtet eine weitere Gruppe auf Touristen, die mit dem Metalldetektor am Strand spazieren gehen: die einheimischen Schatzsucher. Diese verbringen mitunter mehrere Wochen im Jahr damit, die mallorquinischen Strände nach wertvollen Fundstücken abzusuchen. Dabei teilen die Glücksritter die Areale unter sich auf. Konkurrenz in Form von schatzsuchenden Urlaubern trifft auf wenig Wohlwollen.

Während sich Schatzsucher am Strand auf wertvolle Funde konzentrieren, haben es einige Mallorquiner auf Dosen und Müll abgesehen. 2019 nutzten zwei Spanier Metalldetektoren, um die mallorquinischen Strände von Unrat zu befreien.

Finden Freiwillige bei einer solchen Putzaktion eine Goldmünze, Schmuck oder ein Mobiltelefon, handelt es sich um einen schönen Nebeneffekt. Allerdings gelten bei einem „Schatzfund“ auf der Baleareninsel strenge Regeln. Wertvolle Dinge bringen die glücklichen Finder zur Polizei oder ins Fundbüro. Erst wenn sich der ursprüngliche Besitzer nach zwei Jahren nicht meldet, gilt: Wer’s findet, darf’s behalten.

Doch was geschieht, wenn Urlauber auf einen echten Piratenschatz stoßen? Bei einem historischen Fund am mallorquinischen Strand greift eine weitere Regel. Fördert der Metalldetektor Artefakte aus längst vergangenen Zeiten zutage, geben die Finder diese zur Untersuchung ab. Das gilt für alle Fundstücke, die älter als 200 Jahre sind.

Welche inoffiziellen Regeln gelten für Schatzsucher am Strand?

Spezielle Richtlinien existieren bei der Suche mit dem Metalldetektor an Mallorcas Stränden nicht. Allerdings gebietet es die Höflichkeit, anderen Urlaubern dabei ihren Frieden zu lassen. Zetteln Touristen einen Streit an oder kommt es gar zu einer Schlägerei, können Bußgelder in Höhe von bis zu 3.000 Euro drohen.

Wann sind Schatzsuchen an mallorquinischen Stränden verboten?

An vielen Stränden Mallorcas erlauben die Behörden die Schatzsuche mit dem Metalldetektor. Das gilt jedoch nicht für:

  • Innenstädte
  • Privatgrundstücke
  • Naturschutzgebiete

Ebenfalls verbietet der Gesetzgeber das „Sondeln“ in der Nähe von geschützten Denkmälern und Ruinen. Urlauber, die mit dem Metalldetektor an archäologischen Fundstätten auf Schatzsuche gehen, riskieren ein Bußgeld von bis zu 60.000 Euro.

Quellen und Links:

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